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Der Sonntag ist unsere heilige Kuh


Mompreneurs.de
Tuesday, 16. September 2014

Wer seid ihr und was macht ihr? 

Wir sind Christina Eckert und Tanja Deschner. Wir sind von ERIKA und machen Schönes aus Stoff für Wohnen und Baby in Bioqualität. Wir wollen mit unseren Produkten die Natur in den Wohnraum einziehen lassen und vereinen in unseren Motiven Zeichnungen mit Fotografie. Wir sind bei unserer Two-Women-Show natürlich beide „Mädchen für alles“. Entschieden wird alles gemeinsam. Das geht meistens fast ohne Worte, manchmal auch nach Diskussionen, bei denen immer die besseren Argumente gewinnen. Aber jede von uns hat auch ihren eigenen Bereich.

Christina: Speziell mein Zuständigkeitsbereich ist die Fotografie – für Motive, Produkte, Webseite, Soziale Medien etc. Mir sind auch verschiedene Ansprechpartner im Zusammenhang mit von ERIKA zugeteilt und ich mag Zahlen.

Tanja: In meinem Aufgabengebiet liegt vor allem das Zeichnen der Tiere und Pflanzen. Wie Christina betreue ich auch bestimmte Ansprech- und Kooperationspartner. Da wir alle Prozesse rund um von ERIKA eigenhändig durchführen, ist es manchmal ein riesiger Balanceakt das ganze familienkompatibel zu organisieren.

 

Woher kam die Idee für euer Business? Wie seid ihr gestartet und wie habt ihr das finanziert?

Christina: Der Unternehmergeist schlummerte schon immer in mir und nachdem meine beiden Kinder ein Jahr alt waren, wollte ich wieder arbeiten. Ein Halbsatz meiner befreundeten Nachbarin Tanja hat dann das Feuer entfacht, und wir haben angefangen unsere Ideen zusammenzutragen und weiterzuspinnen. Mit Wein auf dem Balkon!

Textilien, Natur, Fotografie, Inneneinrichtung – alles Themen, für die ich mich schon sehr lange interessiere und die jetzt in der Marke von ERIKA ihren Platz gefunden haben. Wir sind die Gründung dann sehr organisiert angegangen und haben erst einmal einen ausführlichen Businessplan geschrieben. Das hat uns sehr geholfen, unsere Idee bis ins kleinste Detail zu durchdenken und zu strukturieren. Parallel haben wir angefangen unser Netzwerk an Produzenten, Lieferanten etc. aufzubauen. Finanziert haben wir von ERIKA privat.

 

Tanja: Auch für mich war nach der Geburt meines 4. Kindes klar, dass ich wieder arbeiten gehen möchte. Ich wollte meinem Wunsch nachkommen selber etwas auf die Beine zu stellen und dabei auch wieder gestalterisch zu arbeiten. So kann ich an mein Kunststudium anknüpfen und alle weiteren Erfahrungen einfließen lassen. Nachdem wir den Businessplan hatten, haben wir unsere Idee auch noch bei einem Existenzgründerseminar überprüft und gemerkt, dass sie Hand und Fuß hat. Der Startschuss war gefallen. Jeder hat sein Erspartes auf ein gemeinsames Konto einbezahlt und los ging es mit der Entwicklung.

 

Wie läuft es jetzt? Haben sich eure Erwartungen erfüllt? Auch finanziell?

Christina: Seit Juni 2014 kann man unsere schönen Produkte online kaufen, worauf wir wirklich stolz sind. Das Feedback ist sehr positiv und im Moment stecken wir die meiste Zeit ins „Trommeln“. Die Welt muss wissen, dass es uns gibt und das bedeutet für uns, viel Zeit und Nerven in soziale Medien, Pressearbeit, Messeauftritte etc. zu stecken. Ja, auch das machen wir selbst. Parallel kümmern wir uns um die zweite Kollektion, die – so ist der Plan – ab dem 1. November erhältlich sein wird.

Tanja: Finanziell betrachtet, können wir die laufenden Kosten, wie zum Beispiel die Büromiete, bereits tragen, es wird aber natürlich noch ein bisschen dauern, bis die Investitionen zurückgeflossen sind. Dafür haben wir eine immense Lernkurve auf das Parkett gelegt – wie wohl alle, die sich auf so eine Reise einlassen.

 

Wo und wie arbeitet ihr?

Tanja: Wir haben eine Kernarbeitszeit in unserem eigenen Atelier eingeführt. Hier findet man uns täglich von 10.00 bis 12.00 Uhr. Es wird besprochen, geplant, telefoniert, geschnitten und gebastelt. Den Rest des Tages organisiert sich jeder selbst mit seinen Aufgabengebieten. Dieses Modell birgt für uns viele Vorteile und lässt Spielraum. Jeder von uns hat auch ein eigenes Home-Office.

Christina: Ich arbeite zu Hause, von unterwegs und in unserem Atelier, am Rechner, hinter der Kamera, mit Papier oder an der Nähmaschine. Unsere Flexibilität ist für die Vereinbarkeit von Job und Familie essentiell, was aber auch oft Arbeitszeiten nach 20 Uhr oder am Wochenende bedeutet. Der Sonntag ist aber unsere heilige Kuh, der gehört der Familie!

 

Was ist euer Setup und wie schafft ihr es, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen?

Christina: Familie, das sind wir alle. Mein Mann, meine Kinder und ich. Deshalb ist es für uns als Eltern logisch, dass auch alle damit verbundenen Aufgaben geteilt werden. Haushalt, Einkauf, Kinderbetreuung etc. macht derjenige, der sich am ehesten die Zeit dafür nehmen kann. Eine wichtige Rolle spielt auch die Kita, wo unsere Kinder tagsüber gut aufgehoben sind und sehr gerne hingehen. In besonderen Situationen unterstützen auch unsere Eltern, die leider weit weg wohnen, oder wir holen uns für einzelne Aufgaben Hilfe von außen.

Tanja: Mein Mann ist beruflich sehr eingespannt und unter der Woche viel unterwegs. Er kann jedoch immer schnell einspringen, falls es einen Engpass in der Kinderbetreuung gibt. Das ist mein großes Glück! Auf großelterliche Hilfe können wir nicht zurückgreifen und einen Babysitter suchen wir gerade. Vielmehr sieht es so aus, dass ich entweder für von ERIKA arbeite oder mich um Familie, Haushalt und Hausaufgaben kümmere.

 

Was ratet ihr anderen Müttern, die sich selbstständig machen möchten?

Christina: Traut euch! Erzählt möglichst vielen Vertrauten von eurer Idee, holt Feedback ein. Scheut euch nicht davor, eure Kinder mal abzugeben – das gibt enorm viel Freiraum und reduziert den Stress. Wenn ihr das Glück habt, einen Partner an eurer Seite zu haben, dann lasst euch von ihm unterstützen, bezieht ihn ein und gebt Aufgaben ab. Und gönnt euch zwischendurch mal Zeit zum Durchatmen – sei es ein Spaziergang, Sport oder ein Urlaub mit der Freundin.

Tanja: Carpe diem! Neben meinen Kernarbeitszeiten plane und texte ich zum Beispiel auch während der Hausarbeit. Wenn ich dann 5 Minuten Zeit habe, schreibe ich alles auf, um nichts zu vergessen… Organisation und eine echte Herzensangelegenheit lassen dann auch das Unternehmen wachsen. Und natürlich ruhig mal mutig sein!

 

Christina, was sind deine top 3 Tipps/Tools für selbstständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

1. Tipp: Netzwerken. Ob es das Auffrischen von langen Bekanntschaften, das Mitteilen in Sozialen Netzwerken oder das Treffen vor Ort ist – man profitiert vom Austausch!

2. Tipp: Beschäftigt euch mit Fachfremdem – ein Konzert, eine Ausstellung, ein Film, ein Buch, die nichts mit eurem Business zu tun haben. Das bringt neue Ideen und entspannt.

3. Tipp: Bei Besuch eines Volkshochschulkurses kann man im Anschluss teure Software zu einem ermäßigten Preis erwerben. Für mich hat sich das in jeder Hinsicht gelohnt, denn Grafikprogramme sind teuer und bedürfen Schulung.

 

Und deine, Tanja?

1. Tipp: Existenzgründerseminar als Checkliste für den Start

2. Tipp: kurze Wege zwischen Kita, Grundschule, Gymnasium, Zuhause und Atelier/Arbeitsplatz

3. Tool: gemeinsamer Kalender mit Unternehmenspartner und Familie, den alle einsehen können

 

http://mompreneurs.de/christina-tanja-handel-6-kinder/